Drei Gründe, warum wir auch über Äpfel reden sollten

Äpfel, ernsthaft? Ja, auch über Äpfel wird meiner Meinung nach zu wenig geredet. Wir alle kaufen sie, wir essen sie, wir mögen sie in Müsli, Pancakes oder Kuchen. Und klar: Dass Äpfel gesund sind, wissen wir auch alle. Aber warum genau – und wieso es dabei riesige Unterschiede gibt (je nachdem, wann und wo wir unsere Äpfel kaufen), das wissen wir vermutlich nicht alle. Also: Reden wir über Äpfel

Erstens: Ja, Äpfel sind super für uns

Natürlich sind Äpfel gesund, damit müssen wir uns nicht lange aufhalten. Der Vollständigkeit halber: Sie enthalten viel Vitamin C und mehrere B-Vitamine (wovon 70% tatsächlich unter der Schale sitzen, wie so oft behauptet wird). Außerdem liefern sie uns Kalium, Kalzium und Magnesium und eine ganze Menge Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind. Unter anderem Pektin, einen wasserlöslichen Ballaststoff, der Schadstoffe an sich bindet und aus dem Körper schleusen  kann.

Und dann kommen noch die sekundären Pflanzenstoffe. Das sind keine Nährstoffe im klassischen Sinne, aber sie tragen entscheidend dazu bei, dass wir langfristig gesund bleiben. Zum Beispiel sind die sogenannten Polyphenole unter anderem entzündungshemmend, cholesterinsenkend, blutdruckregulierend und krebsvorbeugend. Und eigentlich haben Äpfel einen hohen Polyphenol-Anteil, was sie super für uns macht. Eigentlich.

Äpfel: Gesund, vor allem in alten SortenZweitens: Die Sorte entscheidet, welche Äpfel besonders gesund sind

Denn was ich bei meiner Recherche gelernt habe und ziemlich erschreckend finde: In den relativ neuen und weitverbreiteten Sorten (wie Jonagold, Pink Lady usw.) wurden die Polyphenole weitgehend herausgezüchtet. Denn durch sie sind Äpfel weniger süß – und außerdem können Polyphenole dafür sorgen, dass Äpfel schneller braun werden. Das macht sich natürlich schlecht im Supermarkt, deshalb: lieber keine Polyphenole.

Vom Apfelbauern meines Vertrauens (den ich über die Marktschwärmer gefunden habe) habe ich vor einiger Zeit erfahren, dass es Sorten gibt, die von Allergikern besser vertragen werden. Wenig überraschend sind auch das vor allem die alten, wenig züchterisch veränderten Sorten. Für mich überraschend: Auch das liegt an den Polyphenolen, denn Wissenschaftler vermuten, dass sie die allergenen Stoffe im Apfel bekämpfen. Verrückt, oder?

Also: Vielleicht gucken wir einfach mal, ob wir möglichst alte Apfelsorten bekommen. Eine Empfehlungsliste habe ich leider nicht, aber vielleicht kauft man einfach Sorten, die man nicht ständig bei Aldi oder Rewe sieht. Oder man fragt einfach beim Bauern.

Äpfel: Gesund, vor allem in alten SortenDrittens: Die Sache mit dem regionalen Apfel ist gar nicht so einfach

Ich habe schon immer gern Äpfel gegessen – und zwar das ganze Jahr über. Irgendwann habe ich angefangen, nur noch deutsche Äpfel zu kaufen (Denk doch mal ans Klima!) – und zwar das ganze Jahr über. Inzwischen habe ich gelernt: Das ist keine gute Idee. Denn auch wenn es eigentlich offensichtlich ist: Äpfel haben in Deutschland zwischen August bis November Saison, danach gibt es sie nur noch aus dem Lager.

Und damit sie dort frisch bleiben, müssen sie gekühlt werden (und mit Kohlenstoffdioxid behandelt, damit sie nicht so viel Vitamin C verlieren – was bei Lagerung normalerweise passiert). Das alles kostet so viel Energie, dass unter anderem das Umweltbundesamt der Meinung ist, im Juni sei der verschiffte Apfel aus Neuseeland möglicherweise die bessere Wahl. Aber: Eine Apfelbäuerin erzählte mir jetzt, dass die modernen Kühlanlagen so energiesparend seien, dass die Lagervariante zur besseren Wahl werde. Und dass man zum Beispiel bei Chinesen nie so genau wisse, was sie mit den Äpfeln so machen… Ihre Empfehlung: Äpfel auf jeden Fall aus Europa kaufen – oder einfach wieder bis zum Saisonbeginn warten.

Großartige Rezepte mit Äpfeln: