Was Dinkel gesund und viel besser als Weizen macht

Dinkel ist großartig. Nicht nur, weil er megagesund und in dieser Hinsicht viel besser als sein berühmter Bruder Weizen ist. Er ist in meiner Lieblingsversion auch superschnell zubereitet – und wenn man es richtig anstellt, dann schmeckt er wirklich, wirklich gut. Also schauen wir uns näher an, was Dinkel gesund macht und welche Rezepte ihr unbedingt testen solltet.

Was ist Dinkel überhaupt?

Dinkel ist ein Getreide, das schon von den Kelten und alten Ägyptern angebaut wurde. Er ist eine Urform des Weizens, weshalb der Begriff „Bruder“ nicht ganz richtig ist. (Der mittlerweile wieder angesagte Einkorn gilt übrigens als die eigentliche Weizen-Urform). Dinkel wird in Deutschland vor allem in Bayern und Baden-Württemberg angebaut und muss damit deutlich kürzere Wege zu uns zurücklegen als zum Beispiel Quinoa. Nichts gegen Quinoa und andere Exoten, aber wir können ja auch an unseren ökologischen Fußabdruck denken…

Es gibt – so habe ich es gelernt – nur fünf verschiedene Dinkelformen, die züchterisch und gentechnisch nicht verändert werden dürfen, außerdem mag Dinkel nur organischen, also natürlichen Dünger. Zwei Punkte, in denen sich Dinkel vom modernen, hochgezüchteten Weizen unterscheidet. Übrigens ist Grünkern auch Dinkel. Auch gesund, nur anders zubereitet: Er wird noch unreif geerntet und dann über Buchenfeuer getrocknet.

Dinkel: Gesund, lecker und besser als Weizen

Warum ist Dinkel gesund?

Wie alle Weizenarten enthält Dinkel Gluten – für Zöliakiekranke ist er also nichts. Wer aber nur etwas empfindlich auf Gluten reagiert, könnte einen Versuch wagen: Denn Dinkel gilt als ziemlich bekömmlich, schonend für den Darm und wird von vielen Menschen gut vertragen. Er enthält viele Ballaststoffe (9,9 Gramm pro 100 Gramm) und liegt im Getreidevergleich damit hinter Roggen auf dem zweiten Platz. Außerdem bekommen wir durch Dinkel viel Vitamin B2 und Niacin, dazu Eisen, Mangan und Magnesium.

Mein Dozent hat außerdem erklärt, dass Dinkel gesund ist, weil er mehr Lysin enthält als hochgezüchteter Weizen. Diese essentielle Aminosäure brauchen wir unter anderem für die körpereigene Produktion von Carnitin, was wiederum wichtig für die Fettverbrennung und Energiegewinnung ist. Ich gebe zu, dass die angegeben Lysin-Werte in Dinkel und anderen Weizen je nach Quelle schwanken – aber wenn wir meinem Schulwissen glauben, klingt es ziemlich vernünftig, den eigenen Dinkel-Konsum aufzustocken.

Dinkel: Gesund, lecker und besser als Weizen

Wie isst man Dinkel?

Der einfachste Weg ist vermutlich: in Brot und Brötchen. Bei fast jedem Bäcker gibt es mittlerweile gesunde Dinkel-Varianten – allerdings sollte man hier auf die genauen Zutaten schauen: In sehr vielen Fällen wird Dinkelmehl mit Weizen gemischt (was kein Drama ist, aber ich sag’s dazu). Auch Dinkelnudeln findet man in fast allen Bio-Regalen (auf dem Bild seht ihr die Vollkornform), genau wie Dinkelflocken (einfach mal ins Müsli rühren!) und Dinkelmilch. Ich persönlich esse am liebsten einfach gekochte Dinkelkörner. Wie Reis, Buchweizen oder Hirse kann man sie einfach in Wasser kochen und dann in tausend Varianten verarbeiten.

Es gibt für die Körner verschiedene Koch-Möglichkeiten, ich nehme meistens diese hier: Dinkel gut waschen (oder mehrere Stunden einweichen) und dann in der doppelten Menge Wasser aufkochen. Zehn Minuten kochen, dann bei kleiner Hitze und mit Deckel noch etwa 30 Minuten quellen lassen – bis die Körner so weich sind, wie wir es gerne mögen.

Dinkel: Gesund, lecker und besser als Weizen

Was könnte man sonst noch wissen?

Er ist durch die Healthfood-Bewegung wieder halbwegs angesagt – dass Dinkel gesund ist, war aber schon vor knapp 1000 Jahren dank Hildegard von Bingen klar. Von ihr kursiert das folgende Zitat:

„Der Dinkel ist das beste Getreidekorn, es wirkt wärmend und fettend, ist hochwertig und gelinder als alle anderen Getreidekörner. Wer Dinkel isst, bildet gutes Fleisch. Dinkel führt zu einem rechten Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns.“

Das muss man mal kurz wirken lassen.

Großartige Rezepte mit Dinkel:

Und wer in Köln oder Umgebung unterwegs ist, sollte mal schauen, ob er den Foodtruck von Dinkelmann irgendwo erwischt. Nicht nur wegen des einprägsamen Slogans „Dink Different.“ Hier gibt es megagute Wraps und Pizzen – natürlich alles mit Dinkelteig.