Hafer(flocken): Super für die Haut, das Klima und den Kontostand

Zugegeben: Wirklich sexy sind Haferflocken nicht. Im Bio-Regal stehen sie neben Quinoa-Flocken, gepopptem Amaranth oder Kakaonibs – und dann kommen erst die Müslivarianten von hippen Superfood-Marken. Aber: Hafer ist eigentlich ziemlich cool. Wir können mit seiner Hilfe unsere Haut schöner machen, unserem Magen einen Gefallen tun und dann auch noch das Klima schonen. Was Hafer gesund macht? Schauen wir es uns an!

Basic-Info vorab: Hafer ist ein Getreide, die Flocken sind einfach die gequetschte Form. Haferflocken sind deshalb immer ein Vollkornprodukt, man kann sich sogar Quetschen für Zuhause kaufen und die Flocken so immer frisch aus den Körnern herstellen. Das ist angeblich gar nicht so aufwändig, war aber bislang selbst für die GREAT TO EAT YOU-Küche zu abgefahren.

Was macht Hafer gesund?

Aus ernährungsphysiologischer Sicht gilt Hafer als besonders hochwertig, neben Hirse ist er das Getreide mit dem besten Nährstoffgehalt. Drin sind unter anderem viele essentielle Aminosäuren, ohne die unser Körper nicht ordnungsgemäß funktionieren kann, außerdem viele ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, viel Kalzium, Eisen, Silizium, Zink und Biotin.

Kurzer Einschub zu den letzten beiden: Zink und Biotin sind beide super für Haut, Haare und Nägel. Wenn wir genug Hafer essen, können wir also dadurch Haarausfall, Hautproblemen, verzögerter Wundheilung und einigen anderen Problemen vorbeugen. Eigentlich könnten Haferflocken also als Beautyfood vermarktet werden, das macht bloß noch keiner. Aber vielleicht hilft euch es zu wissen, was unseren Hafer gesund macht.

Hafer gilt als besonders bekömmlich, weshalb Haferschleim (eigentlich das, was wir lieber Porridge nennen) häufig bei Magen-Darm-Problemen empfohlen wird. Die Ballaststoffe machen satt, gleichzeitig bekommen wir viele Nährstoffe und wir belasten den Verdauungstrakt kaum.

Hafer: Gesund als Flocken oder Milch

Wo kommt Hafer her?

Das Getreide braucht ein gemäßigtes Klima und viel Niederschlag, fühlt sich also durchaus bei uns in Deutschland wohl. Hafer wächst vor allem in mittel- und nordeuropäischen Ländern, wir können hier gerne darauf achten, deutschen Hafer zu kaufen (auch in Flocken, Milch und Müsli). Profitiert das Klima von – und damit wir alle.

Ein großer Teil des Hafers wird übrigens für die Tierfutterproduktion verwendet, er wird zu Kraftfutter verarbeitet. Kraftfutter – klingt so, als würde Hafer gesund und stark machen, oder? Sollten wir uns auch mal merken. Und: Haferflocken sind wirklich günstig. Wenn alle immer behaupten, gesund essen (und dann auch noch bio!) sei teuer: Nein, nicht mit Haferflocken.

In welcher Form ist Hafer gesund? Und welche gibt es?

  • Wir können Hafer auch als Korn kaufen, das wird aber ziemlich selten verwendet. Am beliebtesten sind wohl die Flocken, die es in jedem Supermarkt gibt – meistens in kernig/grob und zart/fein. Der Inhalt ist gleich, hier unterscheidet sich wirklich nur die Form. Was wir kaufen, ist Geschmackssache und hängt von den Verwendungsplänen ab. Zarte Flocken werden schneller sämig, sind deshalb ganz gut für Porridge oder in Smoothies, die kernige Variante macht sich gut im Müsli (oder in Smoothies, die wir bisschen kauen wollen).
  • Anders sieht es bei Instantflocken (oder Schmelzflocken – das ist der eingetragene Markenname von Kölln für diese Form) aus. Für sie wird Hafermehl gewalzt und zu Flocken gepresst. Es handelt sich also nicht um einfach nur gequetschte Flocken und es gibt diverse Verarbeitungsschritte mehr. Ich persönlich finde es immer schön, möglichst nah am Originalprodukt zu bleiben, aber die Instantflocken werden zum Beispiel gern für Babybrei benutzt, weil sie sich schneller auflösen und leichter verdaulich sind.
  • Gerade angesagt (nicht zuletzt durch die schwedischen Oatly-Hipster) ist auch Hafermilch. Für mich eine super Alternative zu Kuhmilch und viel günstiger als Mandelmilch oder andere pflanzliche Drinks. Am besten nimmt man eine ungesüßte mit möglichst wenig Zusatzstoffen – oder man macht sie einfach selbst, Rezept unten.

Meine Empfehlung: Wir sollten drauf achten, mal zu variieren. Eine Zeitlang habe ich jeden Morgen Porridge aus Haferflocken mit Hafermilch gemacht und irgendwann hatte ich das Gefühl: Das ist zu monothematisch – egal, wie viel Gutes im Hafer steckt.

Hafer: Gesund als Flocken oder Milch

Großartige Rezepte mit Hafer(flocken):