Kürbis: Wie gesund ist „Everybody’s Darling“ eigentlich?

Ausnahmsweise fühlt sich Instagram mal wie das echte Leben an: Gerade sind überall Kürbisse. Jeder isst Kürbissuppe, backt Kürbisspalten im Ofen, trinkt – im Hipsterfall – vielleicht einen Pumpkin Spice Latte. Es gibt wirklich niemanden, der das Gemüse nicht mag, oder? Super, wenn es allen schmeckt – schauen wir uns jetzt mal an, ob und wieso Kürbis auch noch gesund ist.

Kürbis: Gesund und lecker

Die Kürbis-Basics

Kürbisse zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt, angeblich haben sogar die Azteken, Inka und Maya sie angebaut. Was mich wundert: Ich habe bei meiner Recherche gelesen, dass Kürbis bei uns lange als „Krieggemüse“ galt und deshalb eher uncool war. Dann drehte sich die Nummer, innerhalb von zehn Jahren hat sich die Menge der geernteten Kürbisse sogar verdoppelt (schrieb das Bundeszentrum für Ernährung im Jahr 2017). Rund 86.000 Tonnen Kürbis werden jährlich von deutschen Äckern geholt.

Es gibt rund 100 verschiedene Arten von Kürbisgewächsen (dazu zählen auch Gurke und Melone). Das, was wir als Kürbisse kennen, sind die Früchte verschiedener Kürbispflanzen. Ich finde schon die Vorstellung verrückt, dass ein handelsüblicher Hokkaidokürbis einfach nur die Frucht einer Pflanze ist (bei der Größe und dem Gewicht). Aber: Es gibt Kürbisse, die mehr als 150 Kilo wiegen und einen Umfang von drei Metern haben. In besonders absurden Fällen sind die Zahlen sogar noch höher…

Was macht Kürbis gesund?

Es trifft sich ziemlich gut, dass Kürbis nicht nur extrem gut schmeckt, sondern auch noch viele gute Dinge für unseren Körper dabei hat:

  • Wer hier aufmerksam mitliest, kann es sich schon denken: Kürbis enthält viel Beta-Carotin (was man an der orangenen Farbe erkennt). Wie schon bei den Möhren erklärt, wirkt Beta-Carotin im Körper antioxidativ. Es stärkt das Immunsystem, bekämpft Krankheiten und bremst die Hautalterung. Wie bei Möhren kann unser Körper das Beta-Carotin am besten aufnehmen, wenn etwas Öl dabei ist.
  • An Mineralstoffen ist besonders viel Kalium enthalten. Das spielt eine große Rolle im Flüssigkeitshaushalt unseres Körpers und ist auch für die Wasserversorgung der Haut wichtig.
  • Außerdem sind viele Ballaststoffe dabei, die satt machen, den Blutzuckerspiegel stabil halten und die Verdauung fördern.
  • Dazu kommen verschiedene B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin E.
  • Und auch die sekundären Pflanzenstoffe Phytosterine sind enthalten – sie können unter anderem den Cholesterinspiegel senken.
  • Kürbis ist sehr kalorienarm, da er zu etwa 90 Prozent aus Wasser besteht. Hinzu kommt, dass das Fruchtfleisch kaum Zucker enthält.
  • Und außerdem ist Kürbis gesund, weil im Fruchtfleisch Kieselsäure enthalten ist. Die kann Bindegewebe, Haut und Nägel stärken (und wird oft als teures Nahrungsergänzungsmittel verkauft).

Kürbis: Gesund und lecker

Kann man Kürbis mit Schale essen?

Der Hokkaidokürbis ist in meinen Augen der absolute Darling – weil man ihn nicht einmal schälen muss. Wir können ihn (wenn er gekocht, gebacken oder gebraten ist) problemlos mit Schale essen. Sehr praktisch, wie ich finde.

Beim Butternut (die längliche Version auf dem Foto) können wir die Schale grundsätzlich ebenfalls mitessen. Das geht aber nur bei Rezepten, bei denen der Kürbis extrem lange im Ofen oder in der Pfanne bleibt – ich persönlich habe es noch nie probiert. Wir bekommen im Supermarkt oder beim Bauern oft noch den Muskatkürbis und den Spaghettikürbis, bei beiden können wir die Schale nicht essen.

…und übrigens

Zwei Dinge möchte ich noch loswerden. Erstens: Wusstet ihr, dass die Zucchini auch eine Kürbissorte ist? Das war mir gar nicht klar, habe ich letztens erst erfahren. Aber wenn man es weiß, macht es Sinn, oder? Zweitens: Vielleicht muss man das nicht dazusagen. Aber Kürbis ist auch deshalb so großartig, weil wir ihn regional bekommen. Er wächst auf dem Feld um die Ecke, muss nur eine ganz kurze Strecke bis in unsere Küche zurücklegen. Also kauft ihn so regional wie möglich – gut fürs Klima, gut für uns alle.

Kürbis: Gesund und lecker

Großartige Rezepte mit Kürbis

  • Ein absoluter Klassiker: Ofenkürbis mit Feta. Wie das funktioniert, erfahrt ihr zum Beispiel bei „Schön bei dir“.
  • Ich persönlich liebe Kürbispüree (wie Kartoffelpüree, nur mit Kürbis). Ein Rezept gibt es bei „Cook’n’Soul“.
  • Und man kann mit Kürbis ja auch backen – zum Beispiel diese Kürbis-Brownies nach „Heavenlynn Healthy“.

Genießt den Herbst und habt es gemütlich!