[werbung] Gesunde Schokolade: Gibt’s das wirklich?

Natürlich bin ich voreingenommen. Völlig. Denn diese Schokolade, die ihr auf den Bildern seht: Das ist meine Lieblingsschokolade – unter diesem Titel läuft sie in unserem Haushalt. „Ein Stück Lieblingsschokolade?“ „Ja, gern“. Genauer gesagt ist sie sogar die einzige Schokolade, die es bei uns gibt. Oder zumindest die einzige, die regelmäßig gegessen wird (im Schrank liegen natürlich noch diverse Pralinen und Tafeln von oder für Besuch).

Geschmacklich liebe ich diese Schokolade also. Die Frage ist nur: Wie gut ist sie für mich? Ist das wirklich eine gesunde Schokolade – so wie ich es gerne denke? Schauen wir es uns an. (Und glaubt mir, ich war genauso gespannt auf das Ergebnis, wie ihr es vielleicht seid.)

iChoc: Eine gesunde Schokolade?

Um welche angeblich gesunde Schokolade geht’s?

Klären wir zuerst, wovon ich überhaupt rede. Von der „Expedition Jungle Bites“ von iChoc. Von dieser Marke gibt’s schon lange vegane Schokolade zu kaufen. Ich kannte die alten Tafeln bereits (im größeren, klassischen Tafelformat) – seit ich meine vegane Phase hinter mir habe, haben sie mich aber nie besonders angesprochen. Bis ich diese hier getestet habe. Seit einiger Zeit gibt es von iChoc diese Edition – dazu noch eine gelbe Variante im sonst ähnlichen Look („Sunny Almond“, auch lecker. Aber nicht mein Favorit).

Natürlich hat mich der Button „mit Kokosblütenzucker“ angesprochen, als ich die Schokolade zum ersten Mal kaufte. Hey, Kokosblütenzucker – der ist doch gesund, oder? Kein anderes Süßungsmittel drin? Gute Sache, gekauft. Aber macht dieser Zucker wirklich eine gesunde Schokolade aus der Tafel? Ganz so einfach ist es wohl nicht.

iChoc: Eine gesunde Schokolade?

Die Zutaten der „Jungle Bites“

Was gut ist: Die Liste ist kurz. Viel, viel kürzer als bei den meisten klassischen Schokoladenhersteller.

Drin ist:

  • Kakaomasse
  • Kokosblütenzucker
  • Erdmandelgrieß
  • Kakaobutter
  • Kakaonibs

Alles aus biologischem Anbau aus Nicht-EU-Landwirtschaft. Der Kakaoanteil liegt bei mindestes 52 Prozent.

Nicht drin ist:

  • Industriezucker
  • Glukoesirup
  • Invertzucker
  • gezuckerte Kondensmagermilch
  • Sojalecithine
  • Vollmilchpulver
  • Sahnepulver
  • und anderer Mist

All diese Dinge habe ich ziemlich zufällig von den Zutatenlisten verschiedener Vollmilchschokoladen der bekannten Marken zusammengestellt. Natürlich bringt es uns alles nicht um. Aber es muss nicht sein. Und vor allem: Es ist viel, viel Zucker. Meistens sind es mindestens 50 Prozent, die „Jungle Bites“ kommt „nur“ auf 26,5.

iChoc: Eine gesunde Schokolade?

Macht das die Schokolade gesund?

Das kommt natürlich wie immer darauf an, was wir unter „gesund“ verstehen. Nach meiner Definition (steckt Gutes für uns drin und wenig Mist, gibt Power und zieht nicht runter) hat die Schokolade für uns diese Vorteile:

  • Angeblich treibt Kokosblütenzucker den Blutzuckerspiegel nicht so schnell und weit nach oben. Das behaupten viele Produzenten – offen gesagt fehlen repräsentative Studien dazu. Hersteller behaupten aber, dass der glykämische Index (der angibt, wie schnell der Blutzuckerspiegel steigt), nur bei 35 liegt – bei anderen Zuckerarten sind es meistens 55 bis 75.
  • Da der Kokosblütenzucker nicht raffiniert ist, stecken noch diverse Vitamine und Mineralien drin. Unter anderem Magnesium, Eisen, Zink und natürliche Antioxidantien, die unser Körper an jeder Ecke gebrauchen kann.
  • Durch den relativ hohen Kakaoanteil bekommen wir vieles von dem ab, was im Kakao steckt: Unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe, die freie Radikale bekämpfen. Andere machen uns wach oder unterstützen das Herz-Kreislaufsystem. Zusätzlich steckt in Kakao die Aminosäure Tryptophan, die unser Körper in das „Glückshormon“ Serotonin umwandeln kann.
  • Außerdem sind Erdmandeln drin, die viele Ballaststoffe enthalten. Sie bringen uns auch noch Vitamin E, Biotin, Kalium, Magnesium und Zink.

Ich weiß nicht, ob es an den Zutaten liegt, meine Psyche schon so konditioniert ist oder tatsächlich die Zuckerart eine Rolle spielt: Aber ich habe nach einem Stück genug, wirklich. Natürlich könnte ich noch mehr essen – aber ich muss nicht. Ich genieße ein Stück, habe einen Riesenspaß daran und dann ist es gut. Bei klassischer Schokolade kommt das bei mir nicht vor. Dann hat vermutlich die Zuckerarmee schon den Sucht-Schalter in meinem Kopf umgelegt. Und der lässt sich erst zurückklappen, wenn die Tafel leer ist. Vielleicht habt ihr davon schon mal ganz entfernt gehört.

iChoc: Eine gesunde Schokolade?

Gibt es trotzdem Einschränkungen?

Klar, es ist Schokolade. Es ist eine Süßigkeit – und kein Hauptnahrungsmittel (auch wenn „nur“ Kokosblütenzucker drin ist und wir wichtige Nährstoffe gratis dazu bekommen).

Deshalb setze ich die „gesunde Schokolade“ von jetzt an auch in Anführungszeichen. Oder wir einigen uns auf die Formulierung, die gerne in Healthfood-Blogs verwendet wird: gesünder. „Rezept für gesünderen Marmorkuchen“, für „gesünderes Tiramisu“ – schon mal gelesen, oder?

iChoc: Eine gesunde Schokolade?

Ist dunkle Schokolade noch gesünder?

Ihr wisst das vermutlich: Je dunkler die Schokolade, desto besser. Denn desto höher der Kakaoanteil – und dass echter Kakao super für uns ist, das habe ich im entsprechenden Artikel in aller Ausführlichkeit beschrieben.

Wenn wir also eine gute dunkle Schokolade mit 85% Kakaoanteil haben, dann kommt sie sogar auf weniger Zucker: 12 Gramm pro 100 Gramm. Hier sollten wir aber auch die Zutatenliste angucken. Nicht, dass so viele Zusatzstoffe, Aromen oder sonstiger Nonsens dazugemischt wurden, dass sich der Wenig-Zucker-Vorteil relativiert. Und: Die ganz, ganz dunkle Schokolade muss man natürlich mögen (wie alles im Leben, was eine Phrase) oder sich daran gewöhnen. Bei mir macht aktuell definitiv noch die etwas hellere „Jungle Bites“-Tafel das Rennen.

iChoc: Eine gesunde Schokolade?

Was sollten wir beim Schokoladenkauf beachten?

Wie immer, egal, worum es geht: Fair, bio, nachhaltig produziert – das wäre grundsätzlich fein. Was die „Jungle Bites“ von iChoc hier noch besonders macht: Sie hat keine Alufolie im Innern, sondern eine kompostierbare Folie, die zu mehr als 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen auf Basis von Holzfaser besteht. Wer einen Gartenkompost hat, kann die Folie dort entsorgen, ansonsten sollen wir sie nach Herstellerangaben in die Wertstofftonne werfen.

Diese Folie ist glücklicherweise immer mehr im Kommen und mittlerweile in vielen Bioschokoladen zu finden. Apropos bio: Nett wäre es natürlich, wenn alle Beteiligten in der Produktionskette ihren Teil vom Schokoladenkuchen abbekommen. iChoc verspricht faire Löhne, Anbau von Mischkulturen und  regelmäßige Fortbildungen der Kakaobauern. Klingt gut.

„Gesunde Schokolade“: Kaufen oder selber machen

Wofür ihr euch auch entscheidet: Genießt es und habt es gut.