Kann man rote Bete roh essen? (Und weitere Fragen, die für Verwirrung sorgen)

Das größte Problem mit diesen pinken Knollen hatte ich schon bei der Überschrift – oder besser gesagt: Schon bei der Online-Suche nach Informationen und Rezepten. Heißt es jetzt „Bete“ oder „Beete“? Jeder macht es anders, es scheint keine richtige Variante zu geben. Der Duden empfiehlt die Schreibweise „Bete“ – deshalb halte ich mich jetzt daran. (Zumindest heute und in diesem Text.)

Die erste Unklarheit wäre also beseitigt, kümmern wir uns jetzt um die Frage, wie man rote Bete essen kann, was sie gesund macht und was vielleicht sogar ein bisschen gefährlich.

Was ist rote Bete überhaupt?

Rote Bete ist ein Wurzelgemüse, laut Ernährungslexikon gilt sie als Variante der gemeinen Runkelrübe – was für ein unattraktiver Begriff für so ein hübsches Gemüse. Angeblich wird sie oft auch rote Rübe genannt und sie ist eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr speichert sie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Im zweiten Jahr würde sie all diese guten Dinge dann in die Bildung von Blüte und Stängel stecken – doch genau dann wird sie geerntet. Irgendwie eine traurige Geschichte. Aber so bekommen wir all die guten Dinge, die rote Bete im ersten Jahr gespeichert haben.

Rote Bete: Roh essen oder besser kochen?

Wie isst man rote Bete – roh oder gekocht?

Man kann mit dieser Knolle eigentlich fast alles anstellen: Roh essen, dünsten, kochen, braten – in Smoothies mixen oder zu Hummus pürieren. Sogar die Blätter kann man mitessen (was ich im Normalfall aber ehrlich gesagt nicht tue).

Als ich eine Zeit lang sehr viel rote Bete in der Mittagspause gegessen habe (ja, damals hatte ich noch einen festen Job mit Kollegen und geregelter Pause), wunderten sich Kollegen immer darüber, dass sie so knackig aussah. Weil sie roh war. Und alle nur die vorgegarten Varianten aus dem Glas im Kopf hatten – oder die vakuumierte Version in Plastikhülle.

Sind Nitrat und Oxalsäure in roter Bete gefährlich?

Dabei kann man die Bete eigentlich super roh essen. Mit zwei Einschränkungen: Die Knollen enthalten Oxalsäure (die kennt ihr vielleicht aus Diskussionen rund um Spinat oder Rhabarber). Das ist in kleinen Mengen kein Drama, wer aber Probleme mit Nierensteinen hat, sollte aufpassen. Beim Erhitzen wird die Oxalsäure reduziert – das spricht also für braten, kochen oder backen.

Und: Rote Bete speichern Nitrat aus dem Boden ab. Auch Nitrat ist grundsätzlich nützlich und nicht gefährlich. Aber vor allem durch die Landwirtschaft ist der Wert im Boden stark angestiegen (weshalb auch Leitungswasser aufwendiger gereinigt werden muss). Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, was Nitrat anrichten kann. Oft liest man, dass Nitrat im Körper zu Nitrit umgewandelt werden kann, was als krebserregend gilt. Und vor allem bei Säuglingen kann zu viel Nitrat problematisch sein – hier sollte man also aufpassen.

Rote Bete: Roh essen oder besser kochen?

Was macht rote Bete gesund?

Klar, rote Bete ist eine Nährstoffbombe. Was dabei ist:

  • Viele Vitamine, unter anderem Vitamin A, Vitamin C und verschiedene B-Vitamine. Unter anderem eine ziemlich große Menge Folsäure (was vor allem für Schwangere super ist). Wir stärken also unsere Augen, das Immunsystem, die Haut und grundsätzlich den Organismus. Wer schon länger mitliest, weiß: Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, deshalb ist es immer super, zum Beispiel einen Tropfen Öl dazuzugeben.
  • Verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente: Kalium (das unter anderem den Wassertransport im Körper regelt), dazu Magnesium und Eisen.
  • Die pinke Farbe bekommen die Knollen durch den sekundären Pflanzenstoff Betanin. Der wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem – kann ja beides nie schaden.

Läuft rote Bete immer aus?

Zugegeben: So schön die Farbe ist, so groß kann die Schweinerei sein, die wir damit in der Küche anrichten. Oft wird empfohlen, beim Schneiden Einmalhandschuhe zu verwenden (als Nachhaltigkeits-Fan sage ich: besser Handschuhe, die man öfter benutzt). Wenn ihr ein helles Holzbrett habt, an dem euer Herz hängt, nehmt besser nicht genau das, wenn ihr die rohen Knollen schneidet – die Flecken sind hartnäckig.

Übrigens hat mir ein Bauer erzählt, dass genau diese penetrante pinke Farbe der Grund dafür war, dass es auch gelbe Bete gibt – und vielleicht auch die Ringel-Variante, die ihr vermutlich schon auf den Bildern entdeckt habt. Das sind beides verschiedene Zuchtformen, die keinen Ärger mit pinkem Saft machen. Dem Bauern zufolge haben sich Restaurant-Köche eine Variante gewünscht, die leichter zu handhaben ist – und sie haben sie bekommen.

Rote Bete: Roh essen oder besser kochen?

Was sollten wir beim Einkauf beachten?

Was ziemlich toll an diesem Gemüse ist (abgesehen von der Farbe natürlich): Wir können rote Bete super regional und saisonal kaufen. Es gibt sie in Deutschland etwa von September/Oktober bis März, direkt auf dem Markt, beim Bauern oder (wenn alles gut läuft) auch im Supermarkt.

Frische rote Bete erkennen wir daran, dass die Knollen noch ziemlich fest sind. Schwarze Flecken sollten nicht auf der Schale sein – das ist ein Zeichen dafür, dass die Temperaturen bei der Lagerung zu niedrig waren.

Großartige Rezepte mit roter Bete:

Oft heißt es, rote Bete schmecke „herb“ oder „erdig“. Ich sage: Das kommt immer drauf an, was man damit anstellt. Hier ein paar tolle Ideen.

  • Super für Weihnachten (und im restlichen Jahr): Extrem schokoladige Rote-Bete-Brownies, die ich selbst schon mehrfach gebacken habe. In kleinen Stückchen auf dem Weihnachtsteller verteilen und immer wieder snacken. Das Rezept stammt von Jordanna Levin. 
  • Rote-Bete-Hummus macht sich fabelhaft auf jedem Tisch – und schmeckt gleichzeitig toll. Rezepte gibt es verschiedene, zum Beispiel in dieser Version nach „Eat this“.
  • Und dann gibt es noch einen Salat mit Roter Bete und Apfel (weil das immer eine tolle Kombination ist). Testet doch mal dieses wirklich einfache Rezept von „Iss happy“.

Lasst es euch schmecken und habt eine gute Zeit!