Champignons: Keine Superkräfte, ich bin trotzdem beeindruckt

Offen gesagt hatte ich Champignons nie so richtig auf dem Schirm, wenn es um die klassischen, gesunden „müsst ihr unbedingt essen“-Zutaten geht. Sie sind lecker, sie sind günstig, sie sind oft dabei – aber für mich selten der Star im Einkaufswagen. Trotzdem habe ich beschlossen, ihnen einen Beitrag zu widmen und ich gebe zu: Ich habe ein paar Dinge erfahren, die mich beeindruckt haben.

Vielleicht können wir Champignons nicht unbedingt als angesagte Superfoods vermarkten (obwohl sie natürlich gesund sind), aber es gibt andere Punkte, mit denen sie mich wirklich überzeugen. Hier gibt es alles, was ihr wissen müsst.

Champignons: Gesund und haben immer Saison

Sind Champignons Pflanzen?

Pilze sind eine für Laien undurchdringliche Wissenschaft – und auch bei Champignons gibt es viele verschiedene Arten. Wir kaufen meistens weiße oder braune Zuchtchampignons, die eine Form des Wiesenchampignons gibt. Was mich beeindruckt: Dieser Pilz braucht kein Licht, um zu wachsen. Und er ernährt sich vom Abbau abgestorbener organischer Substanz. Ein Resteverwerter, der im Dunkeln wächst – klingt sinnvoll, oder?

Champignons sind wie alle Pilze keine Pflanzen im eigentlichen Sinne, sie bilden eine eigene Klasse, die Funga genannt wird. Und: Was wir als Pilze kaufen und essen, sind nur die Fruchtkörper, die über der Erde wachsen. Im botanischen Sinne ist der Pilz das Geflecht und die Pilzfäden, die sich unterirdisch ausbreiten.

Wilde oder Zuchtchampignons: Was ist besser?

Normalerweise wäre ich immer dafür, das zu kaufen, was wild wächst. Das fühlt sich ursprünglicher, echter, gesünder an. Bei Champignons würde ich eine Ausnahme machen: Denn bei den wildwachsenden weiß man der Literatur zufolge nie, ob sie vielleicht mit Schwermetallen belastet sind – bei gezüchteten Champignons fällt das weg. Deshalb stellen sie auch für Schwangere, Stillende und Kinder kein Risiko dar (ein Fakt, der für mich persönlich gerade besonders wichtig ist).

Außerdem sind die Pilze wie gesagt ziemlich anspruchslos in dem, was sie brauchen. Sie können das ganze Jahr über in Deutschland angebaut werden – haben also immer Saison und müssen nie hunderte von Kilometern zu uns zurücklegen. Noch ein Punkt, der mich beeindruckt.

Champignons: Gesund und haben immer Saison

Sind Champignons gesund?

Und wie eigentlich alles, was in der Natur wächst, sind Champignons selbstverständlich gesund. Unter anderem aus diesen Gründen:

  • Sie liefern uns Eiweiß, das wir für Muskeln, Zellen und Bindegewebe brauchen
  • Champignons enthalten Kalium, Eisen und Kupfer – alles wichtige Stoffe für die Abläufe in unserem Körper
  • Außerdem sind die vitaminreich: Durch Champignons bekommen wir Vitamin D (gerade im Winter wichtig, wenn wir es nicht durch die Sonne aufnehmen), Vitamin K, Niacin, Pantothensäure und Biotin
  • Und auch wenn ich hier selten über Kalorien rede: Champignons enthalten nur wenige – und ab und zu kann das ja nicht schaden. Sie bestehen zu mehr als 90 Prozent aus Wasser und bringen rund 15 Kilokalorien pro 100 Gramm mit

Mein Fazit: Es gibt nicht DIE EINE Superwirkung – aber alles in allem bringen Champignons ziemlich viele gesunde Dinge mit, die wir im Körper brauchen. Aber: All das für frische Champignons. Bei konservierten Pilzen aus Glas oder Dose geht ein großer Teil der Vitamine verloren, auch Eiweiß, Eisen und Kalium werden stark reduziert. Also sind Champignons dann weniger gesund.

Champignons: Gesund und haben immer Saison

Darf man Champignons waschen?

Vermutlich habt ihr das alle so gelernt: Pilze grundsätzlich nur bürsten oder mit Küchenpapier abreiben, auch keine Champignons waschen. Das habe ich auch bei der Recherche für den Beitrag hier oft gelesen – aber es gibt auch andere Meinungen.

Der Grund fürs Waschverbot ist, dass sich die Pilze dann mit Wasser vollsaugen und ihr Aroma verlieren. Allerdings bestehen Champignons ja schon zu einem Großteil aus Wasser, so viel Luft nach oben ist da nicht mehr. Und es gibt Versuche, die zeigen: Champignons sind nach dem Waschen nicht schwerer als vorher, saugen sich also nicht voll.

Das verwirrt mich etwas – aber irgendwie finde ich es auch faszinierend, dass beim am meisten verzehrten Pilz der Welt so wichtige Dinge noch immer unklar sind.

Champignons im Kühlschrank lagern?

Champignons sind wie alle Pilze leicht verderblich, wir sollten sie also möglichst dann kaufen, wenn wir sie auch essen wollen. Sie halten sich dann noch ein paar Tage – und viele Experten empfehlen, dass man sie im Kühlschrank lagern sollte. Oder zumindest an einem trockenen und luftigen Ort.

Wenn die Champignons in einer Plastikpackung oder Folie verkauft wurden (besser nicht, immer besser unverpackt), dann sollte man das Plastik von oben entfernen, damit Kondenswasser nach oben verdunsten kann.

Champignons: Gesund und sie haben immer Saison

Darf man Champignons wieder aufwärmen?

Letzter Teil der Fragestunde: Was ist dran an dem Mythos, dass Champignons (genau wie angeblich Spinat) nicht aufgewärmt werden dürfen? Antwort: Eigentlich gar nichts. Offenbar stammt diese Regel aus der Zeit, in der es noch keine modernen Kühlschränke gab.

Allerdings sind Champignons weiterhin empfindlich, wir sollten Reste nicht zu lange offen bei Zimmertemperatur stehen lassen, sondern schnell in den Kühlschrank packen. Und beim Aufwärmen darauf achten, dass sie noch einmal richtig heiß werden – dann sollten wir auf der sicheren Seite sein.

Großartige Rezepte mit Champignons

Kommen wir zum (fast) wichtigsten Teil – und zu dem, der mich ebenfalls ziemlich beeindruckt hat: Denn ich habe so viele leckere Rezepte mit Champignons gefunden, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Aber ich beschränke mich wie immer auf drei Favoriten:

Viel Spaß damit!