Erdbeeren bio kaufen: Warum sich das wirklich lohnt

Ja, ich bin eine große Anhängerin von Bio-Produkten. Wenn man sich anguckt, was Pestizide in der Natur und auch in unserem Körper anstellen ─ da vergeht mir schnell die Lust auf alles andere. Aber ich will hier gar nicht ganz allgemein die Laune verderben (nur drei Stichworte: Bienensterben, Hormonchaos, Hautalterung), sondern ganz konkret über eine Sache reden, von der ich auch großer Fan bin: Erdbeeren. Und darüber, warum es noch wichtiger als bei anderen Früchten ist, dass wir Erdbeeren bio kaufen.

Wie und wo wachsen Erdbeeren?

Vermutlich wissen wir alle, dass Erdbeeren im frühen Sommer überall in der Region wachsen. Gibt es Erdbeeren, ist der Himmel blau und die Sonne scheint ─ zumindest besteht diese Verbindung in meinem Kopf.

Es gibt natürlich viele Arten und Sorten: Zum Beispiel die Walderdbeere, bei der die Früchte ziemlich klein sind und süß schmecken. Was wir meistens kaufen, ist die großfruchtige Gartenerdbeere, die entweder im Freien auf dem Feld, in Folientunneln oder unter einem Glasdach wächst.

Übrigens sind Erdbeeren im botanischen Sinne gar keine Beeren, sondern sogenannte Sammelnussfrüchte. Muss man nicht wissen, aber ich sag es mal dazu.

Erdbeeren bio kaufen lohnt sich

Wann haben Erdbeeren Saison?

Regionale Erdbeeren bekommen wir etwa zwischen Mai und Ende Juli. Natürlich ist es wie bei jedem Obst möglich, das ganze Jahr über Erdbeeren zu kaufen ─ aber dann haben sie einen weiten Weg hinter sich. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, auch der Geschmack kann darunter leiden, außerdem sind sie oft zusätzlich mit Pestiziden oder anderen Stoffen belastet.

Denn ab der Ernte müssen sie bis zu zehn Tagen halten. Und wer frische Erdbeeren direkt vom Feld kauft, weiß, dass das eine ziemlich lange Zeit ist. Möglich wird’s durch spezielle Pflanzenschutzmittel (über die wir gleich noch reden).

Was macht Erdbeeren gesund?

Erdbeeren schmecken nicht nur wahnsinnig gut, sie leisten auch noch viele gute Dinge in unserem Körper.

  • Unter anderem enthalten Erdbeeren ziemlich viel Vitamin C (sogar pro 100 Gramm mehr als Zitronen oder Orangen) ─ damit stärken sie also unter anderem Immunsystem und Bindegewebe.
  • Außerdem liefern Erdbeeren Eisen, das zum Beispiel wichtig für unser Blut ist.
  • Als weitere Vitamine sind Folsäure, Vitamin B1 und Vitamin K dabei, die alle nützliche Aufgaben im Körper erfüllen (mehr Details in den jeweiligen Artikeln).
  • Und dann bekommen wir durch Erdbeeren auch noch Polyphenole: Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und entzündungshemmend wirken können. Aber: Experten zufolge ist der Anteil bei Freilanderdbeeren besonders hoch ─ in Erdbeeren, die mit Hilfe von Folien angebaut wurden, stecken oft nicht so viele Polyphenole.

Erdbeeren bio kaufen: Warum das wichtig ist

Klar, der Einsatz von Pestiziden ist nie besonders gut. Aber gerade bei Erdbeeren sind die Zahlen relativ drastisch. Die amerikanische NGO „The Environmental Working Group (EWG)“ hat sich angeschaut, wie viele Pestizide bei Erdbeeren eingesetzt werden. Bei Tests ─ die in den USA durchgeführt wurden ─ tauchten auf rund einem Drittel der Erdbeeren Rückstände von mehr als zehn verschiedenen Mitteln auf.

Unter anderem waren Stoffe dabei, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und andere, die als krebserregend eingestuft werden. Kein Wunder, dass es Erdbeeren immer wieder auf die „Dirty Dozen“-Liste schaffen, die jährlich von der EWG herausgegeben wird: Das sind die Lebensmittel mit der höchsten Pestizid-Belastung ─ bei denen es also besonders wichtig ist, auf Bio-Qualität zu setzen. (Hier findet ihr die Übersicht für 2019, bei der Erdbeeren auf dem traurigen Platz 1 landen).

Als ein Grund für den starken Einsatz von Pestiziden wird ─ neben der erwähnten Haltbarmachung ─ oft genannt, dass an den für die konventionelle Massenproduktion gezüchteten Pflanzen so viele Erdbeeren wachsen, dass sie ziemlich nah über dem Boden hängen. So werden sie zu einem beliebten Ziel für Schädlinge.

Und noch einmal kurz zurück zu den sekundären Pflanzenstoffen: Forscher haben herausgefunden, dass der Anteil bei Erdbeeren aus biologischem Anbau etwa um 20 Prozent höher ist. Eine mögliche Erklärung: Der Einsatz von künstlichen Pflanzenschutzmitteln macht es unnötig, dass die Erdbeeren eigene Schutzstoffe entwickeln ─ und gerade die wären am Ende gut für uns. Also: Erdbeeren bio kaufen, dann sind wir auf der besseren Seite.

Erdbeeren richtig lagern

Ich habe es schon gesagt: Frische Erdbeeren halten sich nicht besonders lang, sie sollten also schnell gegessen werden. In vielen Expertentipps ist von „am gleichen Tag“ die Rede, bis zu zwei Tage Lagerung in der eigenen Küche gelten aber auch als vertretbar. Dann sollten sie ungewaschen und abgedeckt an einem kühlen Ort oder im Kühlschrank gelagert werden.

Und sobald eine Schimmelstelle dran ist, sollte die Erdbeere (leider) in den Müll. Gerade durch den hohen Wassergehalt der Erdbeeren verteilen sich die Sporen schnell in der ganzen Frucht.

Übrigens reifen Erdbeeren nicht nach, wenn sie einmal geerntet wurden. Wenn die Früchte noch blass sind, hilft es also nicht, sie noch ein paar Tage in der Schale liegen zu lassen.

Erdbeeren bio kaufen lohnt sich

Großartige Rezepte mit Erdbeeren

Ganz unabhängig davon, ob wir Erdbeeren bio kaufen: Sie schmecken eigentlich immer toll ─ zum Beispiel mit diesen Rezepten…

Lasst es euch schmecken und genießt den Sommer!